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About Literature / Professional Member NicolasScheerbarthMale/Germany Recent Activity
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Geboren 1958, wuchs ich in einem lange Zeit fernsehlosen Haushalt auf und hatte daher ausgiebig Gelegenheit, meine Phantasie an Selbstzusammengereimtem zu schulen. Schreiben machte mir Freude, seit ich irgendwie in der Lage war, ein paar Sätze zu einem befriedigenden Ganzen zusammenzustoppeln, und ich erinnere mich, dass schon meine ersten Schreibversuche von einiger Länge waren. Später waren meine Aufsätze der Schrecken meines Deutschlehrers, und auch die Schülerzeitung blieb nicht verschont. Nach einem Germanistikstudium machte ich Schreiben schließlich zu meinem Beruf – widersinnigerweise in einer Form, bei der man vor allem fremden Gedanken eine Sprache verleiht, als Texter in der Werbung.

Dass ich irgendwann anfing, erotische Geschichten zu schreiben, war zunächst eine Art Selbstversuch. Ich bekam von einer Bekannten zwei oder drei Geschichten zu lesen und wollte herausfinden, ob ich das auch könne – am besten so, dass es auch anderen Spaß macht. Inzwischen habe ich das Schreiben, namentlich der erotischen Literatur, zu meinem 2. Beruf gemacht. Dabei geht es mir in erster Linie ums Vergnügen. Freie, selbstbestimmte Sexualität in allen Formen. Offenheit auch gegenüber scheinbar Absonderlichem (ok, auch ich habe meine Grenzen, und bestimmte Praktiken wird man in meinen Texten vergeblich suchen).

Doch mit der Zeit hat sich noch ein zweites Motiv eingestellt. In unserer Gesellschaft fehlt ein entspanntes Verhältnis zu den passenden Ausdrücken, sobald es wirklich zur Sache geht. Es gibt diese Ebene einer Ballermannsprache voller geiler Weiber mit dicken Möpsen - vor der mir selbst graut - und es gibt die Methode der blumigen Umschreibung, aber insgesamt bleiben Schrift- wie Sprechsprache meist hilflos zwischen gewolltem Tabubruch und verschämter Vornehmheit stecken. Nach den Aufbrüchen und teilweise - grotesk untauglichen - Experimenten der 1970er und 80er scheinen wir uns im Bereich des öffentlichen Diskurses wieder rückwärts zu entwickeln. Die Medien mokieren sich US-beeinflusst heute - wieder - wie eh und je über eine nackte Brust, nur um aus dem vermeintlichen Skandalon daran mindestens soviel Honig wie aus der voyeuristischen Lust selbst zu saugen. Sexualität ist Privatsache, und "fast alles geht". Aber das hat eben auch zur Folge, dass ein breiter gesellschaftlicher Diskurs nicht (mehr) stattfindet, der allein einen weiteren Wandel in Ausdrucks- und Umgangsformen bewirken könnte. Im Gegenteil: Unter dem Vorwand eines immer weiter auszudehnenden Jugendschutzes agieren heute Moralwächter/innen auf allen Ebenen schon fast wieder so eifrig wie in längst überwunden geglaubten Zeiten. Schreiben - und reden - über Sexualität ist nicht heikel, aber es wird als solches behandelt, häufig begleitet von nervösem Kichern oder Gröhlen. Ich schreibe inzwischen auch, um zu zeigen, dass es selbst bei den deftigsten Inhalten auch ganz normal und "un-verschämt" geht.

Kein Zufall ist übrigens der Name, den ich für den Autor fand: Paul Scheerbarth ist für mich einer der interessantesten vergessenen Autoren der deutschen Literatur, ein maßloser Fantast und genialer Erzähler, der im pulsierenden Berlin der Zeit vor dem 1. Weltkrieg lebte und arbeitete. Der Name Scheerbarth ist zugleich Hommage an den großen Fantasten und Selbstermunterung zu zügelloser Erzählfreude.

Nicolas Scheerbarth

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~NicolasScheerbarth
Nicolas Scheerbarth
Artist | Professional | Literature
Germany

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Comments


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:iconfeetatjoes:
Mood: Pleased *Feetatjoes Jan 31, 2013   Photographer
Thanks for the Fav!
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:iconmic-ardant:
Thanks my friend for the Favs.
mic
Reply
:iconnicolasscheerbarth:
~NicolasScheerbarth Jan 28, 2013  Professional Writer
You're welcome! :D
Reply
:iconbeaucyphre:
*BeauCyphre Jan 8, 2013  Professional Writer
Danke schon wieder für einen Favoriten - und gerade dieser überrascht mich schon ein bisschen :). Aber es freut mich auch sehr!
Reply
:iconnicolasscheerbarth:
~NicolasScheerbarth Jan 9, 2013  Professional Writer
Ups, was ist daran für dich überraschend?

Ich komme schließlich aus der Online-Welt, und diese Denkansätze sind mir bekannt und entsprechen teilweise auch meinen Gedanken.

Ich hatte letztes Jahr bei einer Veranstaltung so einen Aha-Moment, als es in einer Diskussion um U und E Kunst ging, und mir plötzlich klar wurde, dass das Blödsinn ist. Begriffe aus dem 19. Jahrhundert. Ich erkannte, dass Kunst heute (und in Zukunft) ein flüssiger Begriff ist / wird, kein fester mehr. Das liegt an gesellschaftlichen Veränderungen ebenso wie an der Wirkung der digitalen Medien. Ich denke da weit in die Zukunft, und dein Manifest geht deutlich in die gleiche Richtung.
Reply
:iconbeaucyphre:
*BeauCyphre Jan 11, 2013  Professional Writer
Ich weiß nicht, was die "Online-Welt" sein soll, und ich halte nicht allzu viel von Kategorien; sogar der Begriff Kunst ist schal geworden, da es sich im Grunde einfach um Leben handelt. Da die meisten von uns tot sind, erscheinen uns die wenigen lebendigen Menschen auf dieser Welt als Künstler, und wir bewundern und verehren sie, weil sie etwas in uns erreichen und berühren, das mit der Ebene, auf der sie sich länger und intensiver befinden als die Menge, korrespondiert.
Reply
:iconnicolasscheerbarth:
~NicolasScheerbarth Jan 12, 2013  Professional Writer
Ich würde nicht auf der Formulierung "Online-Welt" beharren, aber um sich zu verständigen braucht mal halt mal irgendeinen Begriff. ;)

Ich habe mich aus beruflichen Gründen schon ab 1993 mit Online-Medien beschäftigt, also einige Jahre bevor sie in Deutschland Allgemeingut wurden; damals waren das teilweise auch sehr exotische Systeme, die auf eigenen Technologien arbeiteten wie z.B. Datex-J, um nur mal das Bekannteste zu nennen. Jedenfalls war der Kontakt zu den Möglichkeiten dieser Medien für mich eine "Offenbarung", und ich war selbst ab ca. 1996 dann auf ganz frühen Plattformen aktiv, habe für einen Kunden so etwas entwickelt, was man heute Social Media nennen würde.

Wie auch immer - mit dem Begriff "Online-Welt" wollte/will ich eben den Gesamtkomplex der Möglichkeiten umschreiben, die nunmal erst durch diese Technologie zur Verfügung stehen. Gewiss, es gab bereits spätestens im 18. Jahrhundert in gewissen Kreisen in Europa Frühformen von Vernetzung. Man kannte sich und korrespondierte eben fleißig mit Federkiel und Postreitern. Doch die Unmittelbarkeit in Echtzeit und die Bildung einer gleichsam greifbaren "2. Welt", nämlich der virtuellen, ist doch eindeutig erst ab ca. 1997/98 möglich gewesen.

Wenn ich etwas weiter gehe, so sind es Begriffe wie "vernetztes Denken" oder Schwarmbewusstsein (anstelle des eher auf die Technologie ausgerichteten Wortes "Online-Welt"), die ich an der Stelle anführen würde. Was ich aber vor allem zum Ausdruck bringen wollte, war einfach, dass mir die in dem Manifest/Text/was auch immer geäußerten Gedanken nicht fremd sind.

Die meisten tot: Für mich habe ich ein anderes Bild gefunden. Ich habe sehr oft den Eindruck, auf dem falschen Planeten zu sein, und verstehe die meisten Bewohner dieser Welt hier nur mit Mühe (auch wenn ich sehr gut darauf trainiert bin, mich in fast jedes Denken hineinzuversetzen). "Lebendige" bzw. für mich verständliche Menschen treffe ich allerdings in allen Bereichen; ich würde sie auch nicht zwingend Künstler nennen - zumal es auch eine Menge "Künstler" in allen Sparten gibt (jedenfalls Menschen, die sich selbst so nennen), die mir gar nicht mehr lebendig erscheinen.
Reply
(1 Reply)
:iconbeaucyphre:
*BeauCyphre Jan 7, 2013  Professional Writer
Danke fürs Lesen, Kommentieren und den Favoriten :)!
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:iconbytestudio:
Mood: Joy ~ByteStudio Dec 13, 2012  Professional Photographer
Thanks for the :+fav:!!!
Reply
:iconnicolasscheerbarth:
~NicolasScheerbarth Dec 14, 2012  Professional Writer
You're welcome! :)
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